AD(H)S Beratung
ADHS ist eine Dysregulation der zentralen Selbstregulierungsprozesse mit Leitsymptom der Konzentrationsschäche/Hyperaktivität
- Vorwiegend impulsiv, hyperaktiv (Kleinkinder)
- unaufmerksam impulsiv hyperaktiv (Schule, Lernstörungen)
- vorwiegend unaufmerksam (Reizselektion/Reizfokussierung)
mit mangelnder Hemmung von Verhaltensreaktionen und mangelnder Fähigkeit, geistige Anstrengung aufrecht zu erhalten.
Selbstregulation ermöglicht es, aus Erfahrung zu lernen, zukünftige Ereignisse entsprechend vorauszusetzen und sich immer geschickt mit der Umwelt auseinanderzusetzen.
Eventuell ist die Impulsivität das Hauptproblem:
- mangelnde Fähigkeit, ein vorherrschendes spontanes Antwortmuster zu hemmen
- nach Ablenkung wieder zurück kommen zu können
- nicht abwarten können
- unüberlegtes Handeln und Sprechen
- ungebremste Emotion, extreme Schwankungen
- Selbststeuerung, handlungsbegleitendes Sprechen fehlt
Ursache: Dysregulation von Neurotransmittern, Dopamin und Noradrenalin im Stammhirn, Thalamus, Frontalhirn u. Basalganglien
„Eine Person mit ADHS hat infolge von Fehlregulationen im Gehirn große Schwierigkeiten, ihre Aufmerksamkeit ohne Anstrengung ausreichend lange aufrecht zu erhalten ohne sich von ablenkenden Reizen oder inneren Impulsen stören zu lassen. Daraus entstehen die typischen Probleme bei allen Tätigkeiten, die ausdauernde geistige Anstrengung erfordern.“
Was ADHSler können oder nicht
ADHSler können sich konzentrieren bei ausreichender Motivation bis zur Hyperfokussierung. Sie sind eher aufmerksamkeitsinstabil
- ADHSler sind affektlabil
- ADHSler haben einen zu kleinen Arbeitsspeicher, es gelingt oft nicht der
- Transfer von Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis
- ADHSler leben im Hier und Jetzt, sie folgen der spontanen Idee ihres
- Gehirns
- ADHSler haben einen oberflächlich abgleitenden Wahrnehmungsstil
- ADHSler können ihre Aufmerksamkeit nach Ablenkung nicht zurückführen.
- Schnelle Aufmerksamkeitsverschiebung gelingt nicht.
- ADHSlern gelingt kein Perspektivenwechsel, sie sind Egozentriker
- ADHSLer sind in ihrer emotionalen Entwicklung ca 30% zurück
- ADHSler können nicht aus Fehlern lernen
- ADHSler brauchen das 8 bis 16fache an Übung, um Regeln zu lernen
- ADHSler haben Probleme mit Übergängen von einer Situation zur anderen
- ADHSlern fehlt die „Bremsflüssigkeit“ im Frontalhirn und die „Filtertüte“ Mittel/Stammhirn
- ADHSLer haben entweder den „Bildschirmschoner“ oder den „leuchtenden“ Weihnachtsbaum
- ADHSler sind abhängig vom direkten feed-back (compi, gameboy)
- ADHSler nehmen Informationen nur punktuell wahr
- ADHSler haben Wahrnehmungsstörungen
- ADHSler haben graphomotorische Störungen
- Das Realitätsbewusstsein und die Handlungsplanung sind beeinträchtigt,
- ebenso die Selbstdarstellung und das Selbstbewusstsein.
- ADHSler haben Chaos und Entscheidungsprobleme
ADHSler haben das genetische und neurochemische Verlangen, das Dopaminsystem in ihrem Gehirn anzuregen. Dieser neurophysiologische Imperativ kann so stark sein, dass er dem vernünftigen Rat des Stirnlappens - z.B. die Folgen zu überdenken- einfach ignoriert. Es wird nicht das Gedächtnis zur Hilfe gerufen, bevor eine Entscheidung über stimulationsfördernde Handlungen getroffen wird.
Aber vielleicht sind sie auch besonders kreativ, erfrischend anders, arbeitswütig, aufreibend im Einsatz für andere, sportlich, risikofreudig, kontaktfreudig, hilfsbereit. Sie haben ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl und können sehr sensibel sein.


